Weiterer Unlektorierter Text. Bin heftig am arbeiten.

Kapitel 4

Raymond Davis verspürte Nervosität. Und je mehr Zeit verging, in der die Flotte zur Reglosigkeit verdammt war, umso heftigere Magenschmerzen bereitete ihm diese Gefühl. Die vergangenen zehn Jahre waren nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Auch wenn die Kämpfe an Intensität und Häufigkeit abgenommen hatten, und das Ende des Krieges in greifbare Nähe gerückt war, empfand er jeden Moment der Anspannung stärker als zuvor. In diesen Augenblicken stieg er in seine Kampfmontur, die speziell für Entermissionen ausgelegt war und verbrachte einige Augenblicke in der Stille des Weltraumes. Er schwebte inzwischen gut zwanzig Kilometer von der Durana entfernt im Vakuum. Selbst aus dieser Entfernung nahm sich das Schiff noch gewaltig aus. Im Stil der Akkato gebaut, wirkte es, trotz der gewollten Stromlinenenform, wie ein Stück verrottetes Treibholz, in dem sich Schwärme von Glühwürmchen eingenistet hatten. Davis sah auf die unzähligen Lichter, die den Rumpf wie ein bizarres Muster durchzogen und damit den Aufbau der Decks nachzeichneten. Zweimillionen Menschen lebten auf der Durana, die von einer Flotte von Kriegsschiffen, gut geschützt, oder bewacht wurde.
Davis gestattete sich einen Rundblick auf den Kampfverband, der einen öden Wüstenplaneten namens Skur umkreiste und darauf wartete, dass sich die Laune Ulan Mestrays besserte. Dieser Verband unterschiedlichster Schiffe war nun die Heimat von Menschen, die noch immer darauf hofften, ein besseres Leben zwischen den Sternen zu finden. Egal wie sich der Einzelne seine Zukunft vorstellte, Davis beschlich das ungute Gefühl, dass seine Spezies nicht imstande sein würde, sich aus der “freundschaftlichen“ Umklammerung der Akkato zu lösen. Da die Auseinandersetzungen mit den Keymon zu ende gingen, schienen die Hoffnungen der Menschen paradoxerweise noch weiter entfernt als je zuvor. Die Menschen waren nichts weiter als ein Werkzeug, das bald nicht mehr gebraucht wurde. Er fragte sich, wo man die Durana, mitsamt ihren Passagieren abstellen wollte, wenn sie nicht mehr gebraucht wurden. Ihm wurde übel bei dem Gedanken, denn er schloss eine Menge unangenehmer Möglichkeiten ein. Zum einen wusste Davis, wie hart und skrupellos die Akkato sein konnten, zum anderen gab es Niemanden, der sich für die Rechte der Menschen interessierte. Immerhin traute er dem Fürsten keine Schandtat zu, und er mochte die Menschen, aber sein Einfluss war gesunken und seine Söhne kannten nur ihre eigenen Interessen. Von der Rücksichtslosigkeit, die sie beim Verfolgen ihrer Ziele an den Tag legten, hatte er sich des Öfteren überzeugen können.
Davis Blick verlor sich abermals in den zahllosen Lichtern der Durana. Es war eine kleine Welt, in der etliche Fäden zusammenliefen und ein interessantes Gewebe bildeten. Alleine die bunte Truppe, die Porter um sich geschart hatte. Eine Mischung aus Träumern, Idealisten und religiösen Spinnern. Manche davon besaßen einen geradezu fanatischen Eifer, der sie dazu veranlasste irrwitzige Wagnisse einzugehen. Etliche junge Leute aber auch einige ältere Kämpfer, die eine eher pragmatische Sicht auf die Dinge hatten. Ganz anders die Mannschaft um Longhill und seine Unteroffiziere Fredric Ableton und David Cleese, die allesamt nur aus abgebrühten Kriegern bestanden. Er hatte seine Truppe von Tunnelratten wieder, mit denen er sich auf Dostra behauptete und die einen großartigen Ruf unter den Akkato genossen. Selbst Longhills einstige Vorgesetzte Brigadegeneral Matt Henderson und Mayor William Rice, hatten die Akkato auf die Durana beordert. Seit die Bergbauwelten unter Kontrolle waren und den Schutz der Menschen nicht mehr benötigten, sahen sich die Akkato veranlasst, intensive Maßnahmen zu ergreifen, das Heer von Menschen sinnvoller zu verwenden.
Eine spezielle Gruppe bildete jedoch das Heer von Gothreks, die das Ansehen von Habgöttern oder Schutzengeln genossen und unter den Akkato als Glücksbringer galten. Womöglich war es genau dieser Ruf, der es Zurak und Gorak nicht leicht machen würde, sich ihrer menschlichen Last zu entledigen, sobald sie entbehrlich wurde. Die Verbindung zwischen Mensch und Gothrek war nur allzu augenfällig und galt als heilig. Wie auch immer. Davis wusste, wie wenig Heiliges dahintersteckte. Aber immerhin war dieser Aspekt nützlich. Er fragte sich, wie viele Akkato deswegen bereit sein würden, den Menschen zu helfen, oder sich für sie einzusetzen. Es konnte spannend werden, sollte es zum Äußersten kommen.

Hier gehts zum anfang der Serie:

Outanders 1 – Die Invasoren

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