Die Greifer. Eine neue Truppe auf der Durana

Victor Morell beobachte die Akkatos eine Weile dabei, wie sie in Joru Kabaras Schiff herumstöberten. Das Schiff stand schon etliche Tage in einer Landebucht herum, ohne dass Kabara oder einer seiner Mitarbeiter aufgetaucht wären. Für Morell war der Akkato, was dessen Auffälligkeit im Vergehensregister anging, ein Unbekannter. Unverdächtig, bis zu seinem Verschwinden. Auch dass wäre für sich genommen kein Faktor gewesen, ihn auf die Liste diverser Subjekte zu setzen. Es gab viele Möglichkeiten, eine Weile auf der Durana unterzutauchen und sich die Zeit zu vertreiben. Auch dass gleich mehrere Akkato abgängig waren, die zu Kabaras Crew gehörten und sich um das Schiff kümmern sollten, rechtfertigte den Einsatz der Greifer nicht. Man hatte weder Leichen gefunden, noch war eine Vermisstenmeldung eingegangen. Morell beschlich der Verdacht, dass hier gerade jemand kalte Füße bekam und etwas vertuschen oder sich Klarheit verschaffen wollte. Henderson und Rice womöglich, die in allerlei zwielichtige Geschäfte verwickelt waren, wenn man denn den Gerüchten glauben schenkte. Gewiss gab es Personen, die für die Beiden wichtig waren und auf die sie ein Auge hatten. Er vermutete, dass ein Spitzel der Hafenbehörde Henderson und Rice informiert hatte, die dann gewisse Schritte des Dienstweges übersprungen, die Polizei außenvorgelassen und sofort die Greifer alarmiert hatten. Anders war die Sache nicht zu erklären. Auch die Eile nicht, die die Akkato dabei an den Tag legten.
Pito Raduk, ein Akkato, mit dem er seit einigen Monaten zusammenarbeitete, leitete den Einsatz. Bei aller Hast, achtete er auf Gründlichkeit und nahm sich die Zeit, seinen Leuten genau auf die Finger zu sehen. Einer Mannschaft, die zusammen mit Morell und Raduk aus drei Akkato und drei Menschen bestand. Morell schätze die Gewissenhaftigkeit des Akkato, der nicht leicht aus der Ruhe zu bringen war, nun aber doch Anzeichen von Nervosität und Angespanntheit zeigte. Entweder wusste er mehr über die Angelegenheit, oder es waren seine Schlussfolgerungen, die ihm Sorge machten. Wie auch immer. Morell würde nichts aus ihm herausbringen. Der schwarzmähnige Hüne war ein Bollwerk an Verschwiegenheit, der nur selten einen Verdacht äusserte oder über seine Gefühle sprach. Ein schweigsamer Charakter, der nur selten den Mund aufmachte und sich Vertraulichkeiten verbat.
Morell war seit gut sieben Jahren bei den Greifern und hatte viele unterschiedliche Teams kennengelernt. Somit gehörte er genau genommen zu den Veteranen der Truppe, die mit wenig Skrupeln behaftet, gegen alle Arten von Verbrechern auf der Durana vorging. In den letzten Jahren, war die Abteilung stetig angewachsen. Ein indirekter Beweis für den Verfall der Sitten auf dem riesigen hölzernen Sarg, der seit einem Jahrzehnt durch die Schwärze des Weltalls trieb.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.